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Elektrische Hirnstimulation als Appetitzügler

Eine Forschungsstudie aus Lübeck zeigt: Nach einer niedrig dosierten elektrischen Stimulation bestimmter Gehirnbereiche haben die Probanden weniger Appetit und reduzieren unbewusst den Verzehr. Entwickelt sich hier eine neue Behandlungsperspektive für Übergewichtige?

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Prof. Kerstin Oltmanns und Prof. Thomas Martinetz mit einem mobilen Hirnstimulator

In der modernen Überflussgesellschaft ist Übergewicht längst ein Dauerthema. In diesem Kontext klingt es fast zu schön, um wahr zu sein, was eine international beachtete psychoneurobiologische Studie der Lübecker Universität jetzt gezeigt hat: Wenn man den sogenannten dorsolateralen präfrontalen Kortex in der Großhirnrinde über eine Woche regelmäßig mit niedrigen Stromstärken stimuliert, sinkt bei den Probanden die Kalorienaufnahme um 14 Prozent und sie entwickeln weniger Appetit. „Hier deutet sich eine interessante Perspektive insbesondere für Übergewichtige und Adipositas-Betroffene an“, resümiert Professor Kerstin Oltmanns, die Studienleiterin. „Möglicherweise kann man in einigen Jahren ohne Diät- und Sportprogramm nur mit solchen Strombehandlungen etwas gegen das Übergewicht tun.“ Außerdem weisen laut Oltmanns die bisherigen Daten darauf hin, dass mit der Stimulationstechnik auch der Zuckerspiegel, der Blutdruck und die allgemeine Stimmung verbessert werden können. „Wir setzen grundsätzlich an der Schaltzentrale Gehirn an und nicht an den peripheren Organen, um Behandlungswege bei Krankheiten wie Adipositas, Altersdiabetes oder Bluthochdruck zu finden“, erklärt die Psychoneurobiologin ihre Herangehensweise.

Noch bewegen sich Oltmanns und ihr Team auf dem Feld der reinen Grundlagenforschung. Ihre Erkenntnisse basieren auf einer Studie mit 14 gesunden und nicht übergewichtigen Männern, die alle jeweils nach Stimulation und Scheinstimulation getestet wurden. In einer breiteren Folgestudie will das Forscherteam jetzt herausfinden, ob es mit der Strombehandlung auch bei Übergewichtigen tatsächlich zu einer Gewichtsabnahme kommt. „Für die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Folgestudie veranschlagen wir rund ein Jahr“, erzählt Oltmanns.

Dabei werden die jeweils individuellen Voraussetzungen der übergewichtigen Probanden berücksichtigt, etwa Größe, Gewicht und Blutzuckerspiegel. „Es geht darum, eine individuell möglichst effiziente Stimulationstechnik zu finden“, erklärt Professor Thomas Martinetz. Der Direktor des Instituts für Neuro- und Bioinformatik entwickelt in diesem Projekt die geeigneten Algorithmen und Protokolle für den individualisierten Behandlungsablauf.

Gemeinsam haben die Forscher mit diesem Projektansatz bereits den Sonderpreis „BioMed“ beim Ideenwettbewerb 2014 der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH gewonnen. Und über eine gemeinsame Unternehmensgründung denken sie auch schon nach: „Wenn die Studienergebnisse unseren positiven Erwartungen entsprechen, wollen wir versuchen, mit geeigneter Software ausgestattete Stimulationsgeräte für den Einsatz in der Arztpraxis oder zu Hause zu entwickeln und mit Industriepartnern auf den Markt zu bringen“, blickt Thomas Martinetz voraus.

 

(rwe)

Medizintechnik-Apps 4.0 aus Lübeck

Am „Point of Care“ entscheidet sich in vielerlei Hinsicht, wie effektiv und effizient Medizin und Pflege funktionieren. Dort, wo die Behandelnden mit ihren Methoden und Geräten auf die Patienten treffen, kommt es darauf an, schnell das Richtige zu tun. Ein kleines Lübecker Unternehmen entwickelt für diesen sensiblen Bereich neue, über eine eigene Web-Plattform vernetzte Medizin-Apps. Diese sollen medizinischen Einrichtungen dabei helfen, ihre Prozesse zielgerichtet, patientengerecht und sicher zu gestalten.

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„Medizin-Apps 4.0“ nennt Professor Dr. Jörg-Uwe Meyer seine Entwicklung – in Anlehnung an den in den letzten Jahren in der weltweiten Industrie aufgekommenen Begriff „Industrie 4.0“. Gemeint ist hier die vierte technologische Revolution, insbesondere das „intelligente“ Zusammenwachsen technologischer Hard- und Softwarekomponenten durch neue Vernetzungsstrategien im „Internet der Dinge“. In der angewandten Medizintechnologie steht man in diesem Zusammenhang unter anderem vor der Aufgabe, eine große Menge von Daten aus unterschiedlichen Quellen möglichst ohne Zeitverzögerung so aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen, dass der Behandler während der Behandlung das Richtige schnell erkennen und sicher umsetzen kann. „Ob im Operationssaal oder am Pflege-Bett: Maschinengeführter Anwender-Intelligenz gehört die Zukunft“, glaubt Meyer, der seit Jahrzehnten in Unternehmenspraxis und akademischer Lehre daran arbeitet, intelligente Technologien „in die Welt zu bringen“, wie der heute 58-Jährige sagt.

Seit 2013 erhält Meyers Firma „MT2IT“ (Medical Technology towards Information Technology) vom Land Schleswig-Holstein eine „Seed“-Förderung, um die 4.0-Apps auf Basis der bestehenden und bereits als Erfindung angemeldeten Vernetzungssoftware marktgerecht auszuentwickeln. „Die Bausteine der Plattform sind entwickelt und passen zueinander. Jetzt gilt es, die Module so zusammenzusetzen, dass sie als Web-Autobahn für die Medizin-Apps funktionieren“, erklärt der frühere Dräger-Forschungsleiter, der sein privates Vermögen teilweise in die neue Firma mit Sitz im Multifunktionscenter investiert hat. Meyers Plattform ist quellcode- und schnittstellen-offen und auf diese Weise für alle möglichen Geräteanwendungen zugänglich. „Entscheidend ist, dass das System wie ein Umsetzer und Aggregator für Daten am Point of Care funktioniert“, erläutert Meyer, der sein eigener Chef-Entwickler ist und einzelne Software-Module im In- und Ausland entwickeln lässt. „Der Anwender bekommt im Moment der Behandlung die für ihn zielführende Datenauswahl auf sein Endgerät zugespielt. Die App führt durch die vom Gesundheitsanbieter gewünschten Arbeitsprozesse und beschafft sich automatisiert in Echtzeit die relevanten Behandlungsdaten aus verschiedenen Text-, Bild- und Geräte-Quellen, dies entsprechend rechtlicher Normen und Datenschutzanforderungen. Sofort nach Abschluss der Behandlung räumt das System die Daten dann wieder zurück an den Ort, wo sie herkommen oder hingehören, zum Beispiel ins Krankenhausinformationssystem. Es verbleiben somit keine Daten in der Cloud oder in mobilen Endgeräten, um Datensicherheitsprobleme zu vermeiden.“

Die ersten mobilen medizinischen Apps aus dem Hause MT2IT stehen inzwischen kurz vor dem Testeinsatz. Der mobile Pflegedienst des Rote-Kreuz-Krankenhauses in Ratzeburg unterstützt MT2IT bei der Entwicklung der mobilen Wundmanagement Applikation. „Die Pflegekräfte und Wundmanager haben eine genaue Vorstellung davon, wie die interaktive Oberfläche ihrer App auf dem Tablet zu gestalten ist, sodass keine Bedien- oder Dokumentationshindernisse am Bett oder am Platz des behandelten Wundpatienten aufkommen“, so Meyer. Im Bereich Wundmanagement kooperiert MT2IT eng mit der Firma Jalomed aus Lübeck. Auch das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein arbeitet testweise mit einer OP-Integrations- und Protokoll-App des MT2IT-Teams. „Es ist unternehmerisch schon ein Bergauf-Marathon“, fasst Meyer seine vielfältigen Aktivitäten zusammen. „Die Entwicklung der offenen medizinischen Web-Plattform hat jetzt einen Stand erreicht, bei dem wir gezielte Partnerschaften mit großen Medizin- und IT-Playern in den USA und in Deutschland eingehen können und wollen. Das Internet der Dinge und der medizinischen Systeme kommt, aber wir wissen nicht genau, wann es sich in der komplexen und hochregulierten Medizintechnologie wirklich durchsetzen wird.“

Info: www.mt2it.com

(rwe)

Die Geld-Schürfer

Im Technikzentrum Seelandstraße entsteht zurzeit ein Entwicklungs- und Test-Center für spezielle Computer mit der Lizenz zum Geld-Schöpfen. Die „Miner“ (Schürfer) genannten Maschinen finden in einem speziellen weltweiten Rechner-Netzwerk „Bitcoins“; so heißen die Einheiten einer virtuellen, dezentralen, rein digitalen Währung.

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Mathias Roch mit einem seiner „Miner“, die weltweit Bitcoins „schürfen“

Für den Lübecker Mathias Roch, der das neue Kompetenzcenter für seine Firma „Bit-Trust“ aufbaut, geht mit den Bitcoins so etwas wie ein Kindheitstraum in Erfüllung: „Für meine Playmobil-Welt habe ich mir immer ein eigenes Tauschmittel vorgestellt“, erzählt der heute 47-Jährige lachend, der seit einigen Monaten mit ausgewählten Partnern und einem internationalen Team das Thema in Deutschland vorantreibt.

Bitcoins gibt es seit 2009, als am Massachusetts Institute of Technology in Boston der offene Software-Code entstand zur Realisierung einer eigenen Web-Währung für direkte Transaktionen von Mensch zu Mensch, also ohne die den Geldverkehr weltweit abwickelnden Banken. Die „Geld“-Menge ist dabei von vornherein beschränkt auf 21 Millionen Stück Bitcoins. Diese müssen, um in Umlauf zu kommen und als Zahlungsmittel eingesetzt werden zu können, zunächst „geschürft“ werden. „Das Mining übernehmen spezielle Hochleistungsrechner, die Rechenaufgaben im Code der Erfinder lösen, die man sich als aufwendige Suchrätsel vorstellen kann“, erklärt Mathias Roch. Dazu bedarf es spezialisierter Prozessoren, die ihre energieintensive Rechenpower im weltweiten Bitcoin-Netzwerk zur Verfügung stellen und dort Anteil für Anteil schürfen. Gegenwärtig sollen bereits rund 50 Prozent der Bitcoins gefunden sein. Nach Aussage Rochs ermöglichen es bereits der bekannte US-amerikanische Zahlungsdienstleister PayPal und weitere IT-Weltfirmen, in begrenztem Rahmen reale Waren mit Bitcoins zu bezahlen.

Roch ist von der Idee persönlich so begeistert, dass er eigene Real-Euros im sechsstelligen Bereich in die Hand nimmt, um das Thema zum ökonomisch tragfähigen Geschäft zu entwickeln. Er zählt die Gründe für sein Engagement auf: die freie Zugänglichkeit für jeden in einem weltweiten Vertrauens-Netzwerk, die völlige Transaktionsfreiheit ohne Zwischenhandel und ohne übergeordnete Steuerung, die Unmöglichkeit von Inflation oder Deflation dank einer festen Währungsmengengrenze, schließlich ein technisch offenes, aber verschlüsselungstechnisch sicheres System. „Und natürlich verspreche ich mir von unserem frühzeitigen Investment auch eine Wertsteigerung später“, sagt der erfahrene Kaufmann, der von Haus aus eigentlich Chemielaborant ist. „Zurzeit wird ein Bitcoin auf bestimmten Handelsplattformen mit 250 bis 300 Euro bewertet; der Kurs wird unter starken Schwankungen mittelfristig steigen.“

Aber zunächst treibt Rochs Unternehmen das Geschäft der Miner-Produktion und des Miner-Betriebs voran. Die Rechner werden an interessierte Unternehmen und auch an Privatleute verkauft, die das Bitcoin-System mit anschieben wollen. Während dafür in Lübeck entwickelt und getestet wird, soll in Island ein eigener Miner-Park entstehen. Mehrere Tausend Rechner können dort bald Bitcoins schürfen. „In Island ist die notwendige Kühlung klimabedingt leichter zu gewährleisten als hier bei uns – und der Strom zum Betrieb der Großanlagen ist auch deutlich günstiger. Die Ingenieurskompetenz behalten wir aber hier in Lübeck“, so Roch.

Info: www.bit-trust.de

(rwe)

Der Mann für die Sicherheit am Arbeitsplatz

In unserem Technologie-Blog war schon des Öfteren von Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen an Produkte und Prozesse die Rede. Aber es gibt noch eine andere wesentliche Seite des Themas: die Sicherheit für die Menschen an ihren Arbeitsplätzen. Ein junger Gründer im Multifunktionsgebäude 1 auf dem Hochschulcampus kümmert sich als Sicherheitsingenieur für Unternehmen um diesen Bereich.

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Was macht eigentlich so ein Sicherheitsingenieur? Sebastian Gode lächelt, er kennt diese Frage von Menschen, die sich einen Ingenieur immer als gehobenen „Bastler“ oder High-Tech-Produktentwickler vorstellen. Er hat eine kurze Formel als Antwort parat: Der ausgebildete Sicherheitsingenieur berät Unternehmen als externe Fachkraft für Arbeitssicherheit in Sachen Arbeitsschutz, das heißt: Er analysiert auf der Basis von gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften den Sicherheitsstand bei seinen Kunden und verbessert ihn bedarfs- und normgerecht.

Der 32-Jährige ist Absolvent der Lübecker Fachhochschule im Fach Medizintechnik. Zum Sicherheitsingenieur hat er sich während des Studiums und danach in diversen Fachkursen insbesondere der Berufsgenossenschaften weitergebildet. „Mein Ziel war es immer, mich selbstständig zu machen und dabei die Bereiche Mensch und Technik zu verbinden, was im betrieblichen Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement gut funktioniert“, erklärt der freundliche junge Mann seine Motivation. „An der Fachhochschule bekam ich zum Glück schon während des Studiums konkrete, hilfreiche Anregungen zum Thema Unternehmensgründung.“

Mit seiner besonderen Kompetenz im Bereich Medizintechnik arbeitet er heute vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen der Gesundheitsbranche, darunter eine Reihe von Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen, aber auch für einige Handwerksbetriebe. „Vor dem Studium habe ich ein Handwerk gelernt, sodass ich die Aufgaben im Bereich Arbeitsschutz hier aus eigener Anschauung kenne“, erzählt Gode. Zudem bietet der Ingenieur seinen Kunden eine umfassende Sicherheitsberatung für den Betrieb von Medizinprodukten und insbesondere von medizinischen elektrischen Systemen vor Ort. „Oft stellt die Mehrfachsteckdose aus dem Baumarkt bei einem System von mehreren Medizingeräten in einer Gesundheitseinrichtung ein nicht akzeptables Risiko dar“, so Gode.

Das Ingenieurbüro Gode arbeitet jetzt seit gut einem Jahr im MFC. „Hier habe ich gute Netzwerk-Kontakte gefunden“, freut sich Sebastian Gode. Der Gründer strebt in absehbarer Zeit den Aufbau eines kleinen Teams an. „Mit meiner aktiven Akquise habe ich gute Erfolge erzielt, vielleicht kann ich mich bald noch mehr als bisher auf mein spezielles Anliegen konzentrieren: die Integration von Arbeitsschutzmanagement in bestehende Managementsysteme beim Kunden“, blickt der engagierte Sicherheitsfachmann in die nicht so ferne Zukunft.

Info: http://ibgode.de

(rwe)

Die Protein-Vermesser

Aus einem biochemischen Forschungsprojekt an der Lübecker Universität entwickelte sich in wenigen Jahren ein kleines, feines High-Tech-Unternehmen: Die Protein-Mess- und Kontroll-Geräte der Firma Xtal Concepts stehen heute in Forschungslaboren weltweit. Und ein Xtal-Produkt fliegt 2016 sogar in den Weltraum.

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Das Xtal-Führungsteam: Annette Eckard, Arne Meyer, Karsten Dierks (v. l.) vor dem Prototypen des Erfolgsgerätes im Lübecker Labor

Proteine sind für Biochemiker ein wesentliches Forschungsfeld. Diese wenige Nanometer kleinen Makromoleküle aus Aminosäuren stellen grundlegende Bausteine des Lebens dar. Wenn man Ihren Aufbau und ihr Verhalten verstehen und kontrolliert verändern kann, ermöglicht das zum Beispiel im Falle von Krankheitserregern die Entwicklung neuer Behandlungs- oder Impf-Wirkstoffe. Um die Kleinstteilchen beobachten zu können, lässt man sie unter Hinzufügung bestimmter Substanzen kristallieren und wachsen. Das junge Unternehmen Xtal hat Geräte für dieses Beobachten, Vermessen und Beeinflussen auf Nanoebene entwickelt und gebaut. Die „Controller“ genannten Geräte arbeiten mit höchst anspruchsvollen Lichtstreuungs-, Wiege- und Softwaretechnologien. „Der Prototyp entstand hier 2011 am Lübecker Uni-Institut für Biochemie bei Professor Hilgenfeld“, berichtet Karsten Dierks. Der Physiker war genau wie der Biochemiker Arne Meyer von Anfang an dabei.

Auf der Basis dieser funktionierenden Technologie wagte das kleine Team den Sprung in die Unternehmensgründung. „Wir hatten das Glück, das Produkt mit der Unterstützung durch Fördermittel von Land und Bund zur Marktreife entwickeln zu können“, erzählt Dierks. Im Rahmen der „EXIST“-Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums gelang dann der Markteintritt des jungen Unternehmens mit internationalen Kontakten. „Vor allem fanden wir dann ziemlich schnell erste Investoren“, ergänzt Annette Eckhardt, die im Geschäftsführungsteam für den kaufmännischen Bereich zuständig ist. So konnten neue Mitarbeiter eingestellt und weitere Produkte entwickelt und auf den Markt gebracht werden.

Das kleine Unternehmen machte sich mit eigenen Forschungsbeiträgen und technischen Sonderlösungen für Forschungseinrichtungen schnell international einen Namen. „Unseren Businessplan haben wir damit schon überholt“, freut sich Annette Eckhardt. „Die schwarze Null war eigentlich erst für nächstes Jahr geplant.“ Jetzt gehe es darum, die funktionierende Technologie auf andere Anwendungsbereiche zu übertragen und so als Unternehmen zu wachsen. „Zum Beispiel werden in der Farben- und in der Kosmetik-Industrie immer mehr Nano-Teilchen verwendet. Um die kontrolliert einsetzen zu können, braucht man unsere High-End-Mess- und Kontroll-Technik“, so Eckhardt. Aktuell arbeitet das Xtal-Team aber noch an einem ganz anderen Highlight der bisherigen Unternehmensgeschichte: Im Jahr 2016 soll ein Xtal-Controller mit zur internationalen Raumstation (ISS) fliegen, um das Verhalten von Proteinen in der Schwerelosigkeit zu beobachten.

Info: www.xtal-concepts.de

(rwe)

Ein Technologie-Weltrekord auf dem Campus

Der Laborraum im MFC III ist so überschaubar wie die Sechs-Mann-Forschergruppe. Umso größer ist, was hier geschieht: Zurzeit hält die Gruppe den Geschwindigkeitsweltrekord im Bereich der Bildgebung für die Netzhaut des menschlichen Auges.

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Uni-Doktorand Hendrik Spahr (29), Thorlabs-Software-Entwickler Dierck Hillmann (31), Laserzentrum-Projektleiter Gereon Hüttmann (52) hinter dem aktuellen Labor-Aufbau auf Weltrekordniveau

„Mit der neuen Kamera- und Software-Technologie können wir im Laboraufbau 100000 Bilder pro Sekunde von der Netzhaut des Probanden machen“, erklärt Gereon Hüttmann den nur auf den ersten Blick unscheinbaren Versuchsaufbau. „Damit wird es möglich, das Pulsieren der Gefäße sozusagen in Echtzeit abzubilden, während wir bisher immer nur Vorher-Nachher-Zustände zeigen konnten.“ Das sei insbesondere für die zukünftige Diagnose der Volkskrankheit „Altersabhängige Makuladegeneration“ (AMD) ein großer Fortschritt.

Doch noch ist es nicht so weit. Die Forschergruppe im Multifunktionscenter III arbeitet jetzt im Rahmen eines bundesweiten Förderprojektes an den technologischen Grundlagen. „Wir haben nach einem Projektjahr gezeigt, dass die mit holografischer Technologie aufgewertete OCT-Technik funktioniert, nämlich schneller genauere Bildergebnisse produziert als zuvor“, freut sich Dierck Hillmann (31), auf dessen Dissertation der neue Ansatz fußt. „OCT“ steht für „optische Kohärenztomografie“ und lässt sich beschreiben als Ultraschall mit Licht, also eine berührungslose Untersuchungsmethode, die insbesondere im Augenbereich eingesetzt wird. Mit der „holografischen“ Technik nutzt man zusätzlich zur reinen OCT-Bildgebung das zurückgestreute Licht, um mit entsprechend ausgelegter Software zu weit besseren Messergebnissen zu kommen. „Tendenziell übernehmen die neuen Algorithmen viele Aufgaben der aufwändigen Optiken, die bisher so einen OCT-Versuchsaufbau prägten und die wir nicht mehr unbedingt brauchen“, berichtet Projektleiter Hüttmann.

Die Arbeitsgruppe im MFC versammelt einige Mitarbeiter des Medizinischen Laserzentrums bzw. des Instituts für biomedizinische Optik der Universität und des Industriepartners Thorlabs, einer der weltweit führenden Optikfirmen. Im Förderprojekt „i-Cube“ des Bundesforschungsministeriums sind die Lübecker Retina-Bildgebungsspezialisten für die technologischen Grundlagen zuständig. Das Projektkürzel steht für „Innovative Imaging and Intervention in early AMD“. Ziel ist es, die grundsätzliche Entwicklung der AMD besser zu verstehen und deren Erkennung zu ermöglichen, bevor irreversible Schädigungen im Auge entstehen. Die entsprechende Diagnose soll dazu so frühzeitig und genau wie möglich gestellt werden.

Das Thema Bildgebung insgesamt und OCT im Besonderen ist in der Lübecker Campus-Szene in den letzten Jahren zu einem Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt geworden. Mehrere Institute und Firmen arbeiten in diesem Bereich auf Weltniveau. Hüttmann berichtet dazu schmunzelnd, dass auch die Nummer zwei der aktuellen Weltrangliste in Sachen OCT-Geschwindigkeit aus Lübeck komme und nur ein paar Häuser entfernt arbeite. Wenn im nächsten Jahr das Multifunktionsgebäude mit der Nummer VII fertig wird, werden wohl viele dieser Expertengruppen hier einziehen und ein „Optik-Haus“ bilden. „Es ist gut, nahe beieinander zu arbeiten und sich ständig auszutauschen“, sagt Gereon Hüttmann, der auch seine Arbeitsgruppe hier weiter wachsen sieht.

Lübecker Innovationsgeist in Romanform

Auf dem Lübecker „BioMedTec“-Wissenschaftscampus arbeiten kreative Forscher und Unternehmensgründer gemeinsam daran, innovative Ideen und Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Der besondere, kommunikativ-kreative „Spirit“ im Hochschulstadtteil und in der ganzen „Stadt der Wissenschaft“ Lübeck findet jetzt auch in einem spannenden Roman seinen Ausdruck.

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Professor Thorsten Buzug ist als Vizepräsident der Universität für den Bereich Technologietransfer zuständig. Dem neuen Campus-Roman „ImPuls der Stadt“ wünscht er viele neugierige Leser.

Bei der Uni-Vorstellung des Campus-Romans betonte Universitätsvizepräsident Thorsten Buzug (51) die Innovationskraft auf dem Campus, die im Roman gespiegelt werde: „So ein Projekt hat es auch anderswo noch nicht gegeben, es ist also selbst buchstäblich innovativ. Das Buch ist ein weiterer Ausdruck des besonderen Lübeck- und Campus-Spirits, den wir seit Jahren hier erleben und mitgestalten.“ Innovation werde von Menschen gemacht, die sich kennen und schätzen, so Buzug, von den Studierenden bis zur Professorin, vom Mitarbeiter bis zum Existenzgründer und von der gestandenen Unternehmerin bis zum Multiplikator in der städtischen Öffentlichkeit. Die institutionelle Vernetzung und die konkrete Zusammenarbeit insbesondere der Hochschulen und der Unternehmen vor Ort stellten einen echten Standortvorteil für Lübeck dar. Am Projekt „Gründerhochschule“, das der Medizintechnik-Ingenieur seit 2013 leitet, könne man beispielhaft ablesen, wie tief die über die reine Forschung ins Unternehmerische hinausweisenden Leitgedanken von Wissenstransfer und Unternehmensgründung bereits in den Hochschulstrukturen verankert seien: „Jeder Studierende kommt in Lübeck mit dem Thema Gründung in Berührung, dafür sorgen unsere Studienpläne. Und wer vertieft einsteigen will, kann neuerdings nach seinem technischen oder medizinischen Bachelor-Studium auch seinen Master im Aufbaustudiengang Entrepreneurship machen.“

„ImPuls der Stadt“ heißt der 250-Seiten-Gesellschaftsroman. Als Herausgeber fungieren die in der Lübecker Technologie- und Stadt-Welt nicht unbekannten Björn Engholm und Raimund Mildner. Der „Campus-Spirit“ wird in dem neuen Buch allen interessierten Lesern auf sehr unterhaltsame Weise zugänglich gemacht. In der Geschichte um eine Lübecker Filmproduzentin spielen neben den sozialen Campus-Kontakten und hanseatischen Werten insbesondere die technologischen Ideen und Methoden der Campus-Welt eine wichtige Rolle als Problemlösungsmittel für die Protagonistin: Die Filmemacherin Christiane steht mitten in der turbulenten Wirtschaftslage ihres kleinen Media-Unternehmens. Ihre Bürger-Tochter-Midlife-Crisis droht, alle Lebensideale zu zerrütten. In dieser existenzbedrohenden Situation wird sie vor die gestalterische Herausforderung gestellt, den „Spirit“ ihrer Heimatstadt in einem Image-Film einzufangen. Gefesselt „im Puls“ alter Traditionen mangelt es ihrem Filmteam zunächst an künstlerischer Inspiration. Erst als Christiane in die Technologieszene der kleinen örtlichen Universität eintaucht, erblühen ihre schöpferischen Fähigkeiten: Der „Impuls“ des quirligen Hochschul-Campus vermittelt sich über die zukunftsgewandten Ideen von visionären Wissenschaftlern, Studierenden und StartUps. Getragen und gefordert von sozial-emotionaler Empathie und der medialen Umsetzung von faszinierenden High-Tech-Anwendungen treibt es Christiane zu neuen Ufern…

Mehr Info und Bestellung: www.impuls-der-stadt.de

Philosophen als Wegbegleiter im Produkt-Lebenszyklus

In Haus IV der Multifunktionsgebäude auf dem Hochschulcampus trifft man manchmal leibhaftige Philosophen bei der Arbeit. Mit ihren Software- und Beratungsmethoden begleiten sie produzierende Unternehmen auf dem Weg von der Idee zum Produkt. Ihr Lieblingsphilosoph gab ihnen den Firmennamen: Plato.

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Seit nunmehr 22 Jahren lenkt Firmengründer Andreas Großmann (50) die Geschicke des Unternehmens. Er hat einen Hochschulabschluss in Philosophie. Ihn hat stets interessiert, was Menschen mit ihrem Wissen so alles schaffen können, genau wie Mitgründer Markus Schorn (53), der als philosophierender Informatiker früher sogar künstliche Intelligenz bauen wollte. Nun wird im modernen, technologiegetriebenen Produktionsprozess hochkomplexes Wissen benötigt und ständig weiterentwickelt. „Plato hat dafür insbesondere in den Bereichen Risikomanagement und Qualitätsmanagement umfassendes Methoden-Know-how rund um leistungsfähige Software-Produkte aufgebaut“, erklärt Großmann, der sein Unternehmen heute als eine Art Wissensagentur versteht, die vernetzte Methoden-Lösungen für den gesamten Entwicklungs- und Fertigungsprozess bietet.

In 2015 macht Plato den nächsten Schritt in der Unternehmensentwicklung. „Wir werden unser komplettes Methoden-Set integriert auf einer webbasierten Plattform verfügbar machen“, erläutert Großmann das neue System für das Management des gesamten Produkt-Lebens-Zyklus‘ mit dem Namen „PLATO e1ns“ „Und wir gründen die PLATO-akademie, die Informations- und Workshop-Veranstaltungen zu unseren Themenfeldern anbietet – ganz unabhängig von unseren Software-Produkten.“ Die Nachfrage nach solchen hochwertigen Angeboten sei national wie international da, meint Großmann, weil kaum ein Mitbewerber ein so vielfältiges, vertieftes und vernetztes Methoden-Know-how anzubieten habe.

Die mehr als 750 Bestandskunden aus über 35 Ländern kommen vor allem aus den Branchen Automobil, Medizintechnik, Pharma und Maschinenbau. Mit der neuen Plattform macht Plato aber auch kleineren Unternehmen ein hochwertiges Angebot. „Warum sollen nicht ein Start-up hier vom Hochschulcampus oder ein Ärztehaus des Stadtteils mit einzelnen Online-Modulen ihren Bedarf zum Beispiel an normgerechter Entwicklung und Dokumentation decken?“, fragt Großmann rein rhetorisch. In jedem Fall sieht er sein Unternehmen weiter wachsen: „Wir sind mit unseren 50 Mitarbeitern in Deutschland und unseren weltweiten Partnern inzwischen erwachsen geworden, will sagen: Unsere Strukturen und unsere Teams funktionieren sehr gut. Und mit unserer Begeisterung für die Sache sind wir alle bereit für neue Herausforderungen.“ Dieses Wachstum will der Philosoph auf dem Chefsessel weiterhin vom Lübecker Campus aus realisieren: „Wir sind hier nach zwei Jahren gut im Netzwerk angekommen, profitieren vom Austausch und gemeinsamen Projekten mit den Hochschul-Wissenschaftlern und Technologie-Firmen nebenan und vom unkomplizierten Zugang zu qualifiziertem Entwickler-Nachwuchs.“ Seine Erfahrungen gibt Großmann dann auch gern an junge Gründer weiter, etwa bei Vorträgen im „GründerCube“ auf dem Campus.

Info: www.plato.de

(rwe)

Das Kunden-Abhol-Prinzip im Online-Versandhandel

Manchmal wird aus einem kleinen Jugend-Erlebnis ein großes, funktionierendes Geschäftsmodell mit modernsten technischen Mitteln. So war es bei Danny Brandenburg, der sich mit seiner Carmedio-Handels-GmbH drei Jahre nach der Gründung der Millionen-Umsatz-Grenze nähert.

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Sein Thema war schon immer die Musik im Auto. „Als ich in meinen ersten alten BMW ein besseres Radio samt Lautsprechern einbauen wollte, hatte der Verkäufer im Technikmarkt Schwierigkeiten, mir den richtigen Einbausatz mit zu verkaufen. Das war für mich ein Schlüsselerlebnis“, erzählt der heute 35-jährige Brandenburg (links im Bild). Während seines Studiums des Wirtschaftsingenieurwesens an der Lübecker Fachhochschule Mitte der Nuller-Jahre nahm er diesen frühen Impuls wieder auf und beschäftigte sich vertieft mit den inzwischen allgegenwärtigen Möglichkeiten des Online-Versandhandels. Nach einigen Testerfahrungen mit einer überschaubaren Produkt- und Kundenzahl entschied Brandenburg sich dann 2011, gemeinsam mit seinem Schwager Holger Brandenburg (41, im Bild rechts) einen hochprofessionellen Online-Shop für breite Kundengruppen unter der eingetragenen Marke „Carmedio“ zu gründen. Hier bekommt der Car-Hifi-Nutzer alles, was er braucht, um sein Auto mit Audiokomponenten auszustatten, insbesondere passgenau zusammengestellte Einbausätze für Lautsprecher und Autoradios, was auch für den Neuwagenkäufer regelmäßig günstiger ist als die Bestellung teurer Gesamtsysteme ab Werk. Und das Geschäftsmodell funktionierte schon im zweiten Jahr besser als vorausgesehen. „Heute haben wir mehr als 2500 Bestellungen im Monat und sind zuversichtlich, im nächsten Jahr die Millionen-Grenze beim Jahresumsatz zu überschreiten“, berichtet der Inhaber.

Sein Erfolgsrezept sei im Prinzip ganz einfach, sagt Danny Brandenburg: „Sich Mühe geben, den Kunden dort abzuholen, wo er steht, in unserem Fall also bei seinem Auto. Auf die Vertrauen schaffende Produktpräsentation kommt online alles an.“ Carmedio verkaufe nicht einfach produktorientiert billige Plastikrahmen mit technischen Namen und Katalog-Seriennummern wie die großen internationalen Shop-Maschinen, sondern passende Lösungen für Kundenwünsche, eingekauft bei deutschen Qualitätslieferanten und bei Bedarf mit individuellem Service per E-Mail oder am Telefon. Dazu sei eine Menge Detailarbeit im eigenen Shop-System zu leisten: Jedes Produkt werde für Suchmaschinen und Handelsplattformen exakt so beschrieben und mit Schlüsselwörtern versehen, dass der suchende Interessent sein konkretes Lösungsprodukt im Carmedio-Shop findet. „Der Kunde weiß ja beispielsweise nur, dass er ein passendes Audio-Einbauset für sein Auto-Modell sucht, hier holen wir ihn textlich und technisch sozusagen mundgerecht ab. Unser Kunden-Abhol-Prinzip funktioniert mit der Zeit immer besser“, freut sich Brandenburg, der dabei selbst das verwendete Open-Source-Shopsystem für seine konkreten Zwecke ständig weiterentwickelt. Wesentlich für den Unternehmenserfolg sind für den Geschäftsführer zudem die inzwischen vier Mitarbeiter, die engagiert an diesen Details feilen und den eigenen Lagerbestand pflegen.

Dieses Geschäftsmodell wollen die beiden Brandenburgs auf weitere Produktgruppen übertragen und so auch in den kommenden Jahren im deutlich zweistelligen Prozentbereich wachsen. „Lautsprecher und Adapter werden immer gebraucht, da erweitern wir unser Angebot gerade auf weitere Automarken“, erzählt Holger Brandenburg bei einer Lager-Besichtigung. „Danach kommen Einbausätze für Smartphones dran – und dann kümmern wir uns um anderes Auto-Interieur“, erläutert Danny Brandenburg. Aktuell werde in dieser Wachstumsphase auch eine Erweiterung an Büro- und Lagerraum nötig. „Wir bleiben wahrscheinlich hier im Technikzentrum Seelandstraße, wo wir seit der Gründung gut betreut werden“, so der Geschäftsführer.

Info: www.carmedio.de

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Medizintechnik normgerecht entwickeln

„Medulus“ – klingt irgendwie nach Zauberei, dieser Produktname. Und hat doch mit den eher unpoetischen Normen der medizintechnischen Welt zu tun. Hinter dem klangvollen Wort verbirgt sich ein innovatives Dokumentationssystem des Lübecker Unternehmens „Qualitätsplan“.

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Thomas Michael Bohnen hat den Doku-Zauberkasten für Medizinprodukte, medizinische Anwendungssysteme und medizintechnische Einzelkomponenten entwickelt und zum Geschäftskonzept seiner Firma gemacht. Seit knapp zehn Jahren kümmert er sich als externer Ingenieurdienstleister für Hersteller von medizintechnischen Produkten darum, dass deren Produkte normgerecht dokumentiert werden. „Wir produzieren aber nicht nur die nötigen Dokumente zu fertigen Produkten, die dem Hersteller die europäische Zulassung mit der bekannten CE-Kennzeichnung ermöglichen. Vielmehr bringen wir unser spezielles Know-how in Sachen Qualitäts- und Risikomanagement möglichst bereits in den Prozess der Produktentwicklung ein“, erklärt der 44-jährige Maschinenbau-Ingenieur sein Erfolgsrezept. Dieser integrierende Ansatz erspare dem Hersteller risikobehaftete Umwege in der Entwicklungsarbeit und werde in den letzten Jahren von immer mehr Unternehmen der Branche gewählt.

Seit 2011 betreibt der Qualitätsexperte Bohnen zudem ein kleines eigenes Prüflabor im Multifunktionscenter auf dem Hochschulcampus. Hier können insbesondere einzelne Komponenten wie Pumpen, Platinen, Displays und viele andere auf Leistungsfähigkeit und Sicherheit nach CE-Kriterien getestet werden, bevor sie in einem Gerät verbaut werden. „Für den Komponentenhersteller ergibt sich aus dieser nachgewiesenen Komponenten-Qualifizierungs-Prüfung nach von uns entwickelten Testverfahren die Möglichkeit, sein Einzelteil bei den großen Produkt- und Systemherstellern besser zu verkaufen“, erläutert Bohnen.

Das Unternehmen Qualitätsplan arbeitet mit seinen gegenwärtig fünf Mitarbeitern für große und kleine Hersteller aus der ganzen Bundesrepublik, darunter auch eine Reihe von Lübecker Kunden und einige Nachbar-Firmen vom Hochschulcampus. „Die Kontakte hier zu Start-ups, zu Entwicklungspartnern und zu Nachwuchsleuten von Universität und Fachhochschule bringen uns voran“, erzählt der Inhaber. „Deshalb bleiben wir auch in diesem Umfeld, wenn wir uns im nächsten Jahr räumlich und personell vergrößern.“ Die Kunden-Nachfrage nach den Dienstleistungen seiner Firma wachse nämlich weiterhin, so Bohnen, weil die normativen Anforderungen an medizinische Produkte nach diversen medienwirksamen Skandalen zukünftig eher noch strenger und umfassender werden dürften.

Info: www.qualitaetsplan.net

(rwe)